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Outplacement im Aufhebungsvertrag verhandeln

Wenn ein Aufhebungsvertrag auf dem Tisch liegt, wird über die Abfindung gesprochen und über das Zeugnis. Outplacement steht selten auf der Liste. Dabei entscheidet diese Position stärker als jede andere darüber, wie lange Sie danach suchen. Diese Seite sagt, was Sie verlangen können, wie Sie es formulieren und warum der Zeitpunkt vor der Unterschrift der einzige ist, der zählt.

Kann ich Outplacement verhandeln?

Ja. Kein deutsches Gesetz schafft einen Anspruch darauf, deshalb ist es eine Verhandlungsposition wie die Abfindung und das Arbeitszeugnis. Vereinbart wird es einzeln im Aufhebungsvertrag, der das Arbeitsverhältnis einvernehmlich beendet, oder kollektiv im Sozialplan nach § 112 BetrVG. Der Arbeitgeber beauftragt und bezahlt, Sie zahlen nichts. Nach Ihrer Unterschrift bleibt nichts mehr zum Verhandeln, und genau deshalb gehört das Thema vor jede Unterschrift. Der vollständige Ablauf eines Mandats steht auf der Seite zu Outplacement für Pharma-Fachkräfte.

Warum der Zeitpunkt zählt

Ein Aufhebungsvertrag ist eine einvernehmliche Beendigung. Solange Ihre Unterschrift fehlt, hat Ihr Arbeitgeber ein Interesse daran, dass sie kommt. In diesem Fenster lässt sich über Outplacement reden. Danach ist die Akte zu.

Für das Unternehmen ist der Punkt attraktiver, als die meisten Betroffenen annehmen. Outplacement hebt den wahrgenommenen Wert eines Pakets, ohne die Barsumme zu heben. Es senkt das Risiko einer Kündigungsschutzklage, die monatelang bei weiterlaufendem Gehalt läuft. Und die Kollegen, die bleiben, schauen sehr genau hin, wie mit den Gehenden umgegangen wird. Wer das im Gespräch benennt, redet in der Währung des Unternehmens.

Was in die Vereinbarung gehört

Ein Satz wie „der Arbeitgeber unterstützt die berufliche Neuorientierung“ ist eine Absichtserklärung. Vier Angaben machen daraus eine Zusage.

Der Anbieter beim Namen

Wer die Beratung durchführt, gehört in den Text. Ohne Namen entscheidet später die Personalabteilung, und die entscheidet nach bestehendem Rahmenvertrag. In einer Nische wie Regulatory Affairs, Pharmakovigilanz, Clinical Operations oder GMP ist ein Anbieter, der Ihre Funktion kennt, mehr wert als ein Generalist mit dem größeren Logo.

Der Leistungsumfang

Schreiben Sie hinein, was enthalten ist: Standortbestimmung, Positionierung, Neuaufbau von Lebenslauf und LinkedIn, namentlicher Marktzugang, individuell geschriebene Bewerbungen, Interviewvorbereitung, Gehaltsverhandlung und Begleitung bis zum unterschriebenen Vertrag. Ein Programm aus Gruppenworkshops und einem Zugang zu einer Lernplattform erfüllt den Satz im Vertrag. Ins Vorstellungsgespräch bringt es Sie nicht.

Die Mandatsdauer

Befristete Mandate laufen in Deutschland üblicherweise drei, sechs oder zwölf Monate. Für eine spezialisierte Pharmarolle im DACH-Raum, wo der regionale Arbeitgeberpool klein ist, ist die untere Grenze knapp bemessen. Die BDU-Daten für 2024 melden 93 Prozent der Kandidaten innerhalb von zwölf Monaten in einer neuen Stelle und 40 Prozent innerhalb von sechs Monaten oder weniger. Planen Sie mit der oberen Hälfte dieser Spanne, und planen Sie Ihre Liquidität für zwölf Monate.

Die Sitzungen in der zweiten Mandatshälfte

Viele Programme sind vorne dicht und hinten dünn. Die ersten Wochen bringen Analyse und Unterlagen, danach wird es still. Still wird es genau dann, wenn die Prozesse laufen, die Funkstille beginnt und die ersten Absagen kommen. Lassen Sie die Zahl der Sitzungen in der zweiten Hälfte des Mandats ausdrücklich in die Vereinbarung schreiben, statt sie dem Anbieter zu überlassen.

Outplacement oder mehr Abfindung

Diese Frage kommt in fast jedem Gespräch. Die Rechnung geht so.

Eine Abfindung ist steuerpflichtig. Seit dem 1. Januar 2025 wendet der Arbeitgeber die Fünftelregelung nicht mehr im Lohnsteuerabzug an, Sie machen sie in Ihrer Steuererklärung geltend. Von jedem zusätzlich verhandelten Euro kommt bei Ihnen ein Teil an.

Arbeitgeberfinanziertes Outplacement fällt unter § 3 Nr. 19 EStG. Das Jahressteuergesetz 2020 hat die Vorschrift auf die Beratung des Arbeitgebers zur beruflichen Neuorientierung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses erweitert, anwendbar seit dem 1. Januar 2021, solange die Leistung keinen überwiegenden Belohnungscharakter hat. Der Gegenwert kommt ungekürzt bei Ihnen an.

Als Größenordnung für das Gespräch: Der deutsche Marktdurchschnitt liegt bei rund 8.900 Euro pro Kopf, abgeleitet aus der BDU-Zahl von 98 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2024 auf etwa 11.000 Kandidaten in allen Formaten, einzeln und in Gruppen. Das ist der Marktdurchschnitt und kein Preis. Es ist die Zahl, mit der Sie in ein Gespräch gehen können, wenn Ihr Gegenüber wissen will, worüber überhaupt geredet wird.

Das ist Karriereberatung und keine Steuerberatung. Lassen Sie Ihren eigenen Fall von einem Steuerberater prüfen, bevor Sie eine Entscheidung darauf stützen, und Ihren Aufhebungsvertrag von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Was Sie davon haben, wenn es im Vertrag steht

Ein Mandat in der Pharmaindustrie beginnt mit zwei bis vier Sitzungen zur Standortbestimmung, in denen der belegbare Werdegang durchgegangen wird, die Erklärung der Trennung gegenüber einem Hiring Manager, die Einkommenserwartung und die geografischen Grenzen. Danach werden zwei oder drei Rollentypen festgelegt, für die Lebenslauf, Anschreiben, LinkedIn und XING neu aufgebaut werden, geschrieben für die Zeichenfolgen, auf die das Pharma-Screening läuft: GxP, GCP, ICH E6(R3), EU GMP Annex 1 und die deutschen Rollenbezeichnungen.

Ab Woche vier kommt der Teil, den Sie allein kaum leisten können: eine namentliche Liste von Zielarbeitgebern in Ihrer Nische, die Hiring Manager hinter den Stellen, und die direkte Ansprache statt weitergeleiteter Ausschreibungen. Die BDU-Daten für 2024 führen 24 Prozent der Vermittlungen auf das eigene Netzwerk des Beraters zurück und 26 Prozent auf ausgeschriebene Stellen. Den ganzen Ablauf, das was dabei entsteht und das was Outplacement ausdrücklich nicht ist, finden Sie auf der Hauptseite zum Outplacement.

Wenn Ihr Arbeitgeber nicht zahlt

Manche Unternehmen lehnen ab, und bei kleinen Standorten ohne Betriebsrat kommt das häufiger vor. Dieselbe Arbeit lässt sich privat einkaufen. Dann ist es kandidatenfinanziertes Karrieremanagement und kein Outplacement, denn die Finanzierungslinie ist das, was die beiden unterscheidet. Praktisch heißt das für Sie: Reverse Recruitment, wenn Sie die Suche abgeben wollen, Karrierecoaching, wenn Sie sie selbst führen und dabei Struktur brauchen, oder einzeln Gehaltsverhandlung und Interviewvorbereitung.

Häufig gestellte Fragen

Habe ich einen Anspruch auf Outplacement?

Nein. Kein deutsches Gesetz schafft einen Anspruch darauf. Es entsteht aus der Vereinbarung, einzeln im Aufhebungsvertrag oder kollektiv im Sozialplan nach § 112 BetrVG. Fehlt der Punkt in beiden, gibt es ihn nicht, und nach Ihrer Unterschrift lässt er sich nicht nachschieben.

Wie viel kann ich verlangen?

Der deutsche Marktdurchschnitt liegt bei rund 8.900 Euro pro Kopf, abgeleitet aus der BDU-Zahl von 98 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2024 auf etwa 11.000 Kandidaten. Einzelmandate für Fach- und Führungskräfte liegen darüber, Gruppenformate darunter. Wichtiger als die Summe ist, was sie kauft: Dauer, Leistungsumfang und die Zahl der Sitzungen in der zweiten Mandatshälfte.

Ist arbeitgeberfinanziertes Outplacement für mich steuerpflichtig?

Nein, sofern es unter § 3 Nr. 19 EStG fällt. Das Jahressteuergesetz 2020 hat die Vorschrift auf die Beratung zur beruflichen Neuorientierung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses erweitert, anwendbar seit dem 1. Januar 2021, solange die Leistung keinen überwiegenden Belohnungscharakter hat. Eine Abfindung ist dagegen steuerpflichtig, und seit dem 1. Januar 2025 wendet der Arbeitgeber die Fünftelregelung nicht mehr im Lohnsteuerabzug an. Das ist Karriereberatung und keine Steuerberatung; lassen Sie Ihren eigenen Fall prüfen.

Was ist, wenn ich schon unterschrieben habe?

Dann ist die Verhandlungsposition weg, und Sie stehen vor einer normalen Suche in einem Markt mit kleinem Arbeitgeberpool. Sinnvoll ist dann, die Zeit zu rechnen statt sie zu schätzen: Jeder zusätzliche Suchmonat kostet ein Monatsgehalt, das nie wiederkommt. Der Rechner zu den Kosten einer längeren Suche zeigt Ihnen die Zahl mit Ihren eigenen Werten.

Arbeitet der Berater für mich oder für meinen Arbeitgeber?

Der Arbeitgeber bezahlt, die Arbeit gehört Ihnen. Prüfen Sie trotzdem zwei Punkte, bevor Sie einen Anbieter akzeptieren: ob er auch Honorare von Arbeitgebern für Stellenbesetzungen nimmt, und ob Ihr bisheriger Arbeitgeber Berichte über Ihren Suchfortschritt erhält. Ich nehme kein Honorar von Arbeitgebern für Besetzungen, und Inhalte aus den Sitzungen gehen nicht zurück an das Unternehmen.

Ich soll in eine Transfergesellschaft. Ist das dasselbe?

Nein, das ist ein eigenes Instrument. Sie unterschreiben einen dreiseitigen Vertrag, das alte Arbeitsverhältnis endet, und Transferkurzarbeitergeld nach § 111 SGB III läuft höchstens zwölf Monate. Solange Mitarbeiter noch beschäftigt sind, fördert § 110 SGB III Transfermaßnahmen mit 50 Prozent der notwendigen und angemessenen Kosten, gedeckelt auf 2.500 Euro je Mitarbeiter, und die Maßnahme muss von einem zugelassenen Dritten durchgeführt werden. Eine individuelle Outplacement-Begleitung kann daneben stehen, und in der Praxis ist sie der Teil, der die einzelne Person tatsächlich in ein Vorstellungsgespräch bringt.

Liegt ein Aufhebungsvertrag auf dem Tisch?

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