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Rufen Sie an: der kostenlose Karrieretipp, den fast niemand nutzt

Sollten Sie beim Arbeitgeber anrufen, wenn keine passende Stelle ausgeschrieben ist?

Ja. Wenn ein Arbeitgeber, den Sie schätzen, gerade sucht und nichts davon gut zu Ihnen passt, bringt ein Anruf meist mehr als eine Bewerbung auf eine Stelle, die Sie nur halb treffen. Steht eine Telefonnummer in der Anzeige, rufen Sie an, stellen Sie sich kurz vor, sagen Sie, dass Sie Interesse haben, und fragen Sie nach einem Kandidaten- oder Talentpool und dem Weg zur künftigen Berücksichtigung. Recruiter erinnern sich an Anrufer deutlich besser als an die nächste unpassende Bewerbung. Ohne Nummer geht es nicht. Wo eine steht, können zwei Minuten einen Talentpool, eine Weiterleitung oder wenigstens brauchbare Informationen bringen.

Das richtet sich vor allem an Berufseinsteiger, taugt aber für alle.

Angenommen, ein Arbeitgeber, den Sie attraktiv finden, sucht Personal, hat aber nichts, was gut zu Ihnen passt, oder nichts, was interessant genug wäre. Der Reflex: den Lebenslauf trotzdem schicken, obwohl Sie zu junior sind oder nur zu 50 % passen. Machen Sie stattdessen etwas anderes.

Sie ahnen es: Wenn in der Stellenanzeige eine Telefonnummer steht, rufen Sie an. Stellen Sie sich kurz vor, sagen Sie, dass Sie gern für dieses Unternehmen arbeiten würden, und fragen Sie, ob es einen Kandidatenpool gibt oder was Sie sonst tun können, um künftig berücksichtigt zu werden.

Fast niemand macht das. Genau deshalb wirkt es. Ich habe mich an die Leute, die mich angerufen haben, immer weit besser erinnert als an irgendeine Bewerbung, die ohnehin nicht passte. Den meisten Recruitern geht es genauso. So wenige rufen an, dass ein Anruf Sie im Gedächtnis bleiben lässt. Und wenn Sie zu schüchtern für den Hörer sind, wie wollen Sie dann durch ein Vorstellungsgespräch kommen?

Darum geht es bei echtem Kontakt. Hören Sie auf, mit Ihrer KI zu reden, und sprechen Sie mit einem Menschen.

„Und wenn keine Telefonnummer dasteht?“

Berechtigte Frage, ich höre sie oft. Telefonnummern werden in Stellenanzeigen tatsächlich seltener. Steht keine da, können Sie nicht anrufen. So einfach ist das.

Wo aber eine Nummer steht, sollte die Person am anderen Ende Ihnen irgendeine Auskunft zu einem Talentpool geben können oder Sie an jemanden weiterleiten, der es weiß. Versuchen können Sie es. Klappen wird es nicht immer, natürlich. Andererseits sind es ein paar investierte Minuten, die Ihnen zumindest wertvolle Informationen bringen können. Und wenn nichts daraus wird, haben Sie es wenigstens versucht.

Die unbequeme Wahrheit ist: Jobsuche ist selbst ein Job. Niemand macht das gern, ich eingeschlossen, aber es kann harte Arbeit sein. Und wer die etwas unangenehmere, etwas mutigere Variante wählt, bleibt eher in Erinnerung.

Noch ein Punkt zu Ihrem Lebenslauf

Wo wir schon dabei sind: Ihre vollständige Postanschrift brauchen Sie im Lebenslauf normalerweise nicht. Wo Sie derzeit leben, sollten Sie aber angeben, Stadt und Land. Das zählt für die Einschätzung Ihrer Passung mehr, als die meisten denken.

Über die Jahre hatte ich viele gute Gespräche mit Kandidatinnen und Kandidaten, einfach weil sie angerufen haben, statt eine Bewerbung für eine Stelle durchzudrücken, die nie zu ihnen gepasst hätte. Seien Sie eine oder einer davon.

© 3. Dezember 2025 Andreas Schulz. Alle Rechte vorbehalten.

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Häufige Fragen

Sollte ich beim Arbeitgeber anrufen, wenn keine passende Stelle ausgeschrieben ist?

Ja, wenn in der Anzeige eine Telefonnummer steht. Andreas Schulz empfiehlt dann den Anruf statt einer Bewerbung, die fachlich danebenliegt. Stellen Sie sich kurz vor, sagen Sie, dass Sie gern für dieses Unternehmen arbeiten würden, und fragen Sie, ob es einen Kandidatenpool gibt. So wenige rufen an, dass ein Anruf Sie im Gedächtnis bleiben lässt. Der Aufwand ist gering. Unangenehm bleibt es trotzdem, und genau darin liegt Ihr Vorsprung gegenüber allen, die nicht zum Hörer greifen. Jobsuche kostet Mut, und dieser Anruf ist eine der günstigsten Gelegenheiten, ihn zu zeigen.

Was sage ich, wenn ich bei einem Recruiter anrufe?

Halten Sie es kurz. Nennen Sie Ihren Namen, Ihren fachlichen Hintergrund in einem Satz und den Grund für den Anruf: Sie würden gern für dieses Unternehmen arbeiten. Fragen Sie danach, ob es einen Kandidatenpool gibt und wie Sie bei künftigen Vakanzen berücksichtigt werden können. Mehr braucht das Gespräch nicht. Ein Anruf sorgt dafür, dass Ihr Name fällt, bevor die nächste Stelle online geht. Recruiter erinnern sich an Anrufer deutlich besser als an die nächste unpassende Bewerbung. Fast niemand macht das, und genau deshalb wirkt es.

Was mache ich, wenn in der Stellenanzeige keine Telefonnummer steht?

Steht keine da, können Sie nicht anrufen. So einfach ist das. Dann bleibt die schriftliche Bewerbung, und die sollte sauber sein. Ein Detail wird dabei oft vergessen: Geben Sie an, wo Sie derzeit leben, Stadt und Land. Die vollständige Postanschrift braucht niemand. Für die Einschätzung Ihrer Passung zählt der Wohnort mehr, als die meisten denken. Sobald irgendwo eine Durchwahl oder eine allgemeine Nummer auftaucht, gilt die Empfehlung von oben wieder, und der kurze Anruf ist die Mühe wert.

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