Warum werden qualifizierte Pharma-Fachkräfte von Recruitern übersehen?
An der Erfahrung oder den Fähigkeiten liegt es selten. Nach 16 Jahren im Pharma-Recruiting zeigt sich immer dasselbe Muster: Herausragende Kandidaten werden unsichtbar, weil ihr Lebenslauf und ihr LinkedIn-Profil wie Buchstabensuppe wirken, mit unerklärten Abkürzungen, ohne klar formulierte Erfolge und mit einer Profil-Überschrift, die zur angestrebten Rolle nicht passt. 90 Minuten Repositionierung bringen für die Shortlist-Quote meist mehr als ein weiteres Jahr Berufserfahrung.
An ihrer Erfahrung liegt es nicht. An ihren Fähigkeiten auch nicht.
Es liegt oft an den verdammten Abkürzungen.
Kurze Quizfrage: Was ist ein HEOR-Profi?
- A) Jemand, der im Pharma-Marketing den Tag rettet
- B) Spezialist für Health Economics and Outcomes Research
- C) Ein Kandidat, den Ihr ATS gerade geghostet hat
Wenn Sie C gewählt haben, liegen Sie genau richtig.
In 16 Jahren Pharma-Recruiting, 8 davon bei Bayer und 5 bei globalen CROs, habe ich erlebt, wie herausragende Kandidaten unsichtbar wurden, weil sich ihre Profile wie Buchstabensuppe lasen.
An fehlenden Fähigkeiten liegt das nicht. Ihre Profile sehen aus wie eine missglückte Partie Scrabble.
„Erfahren in MAA-Einreichungen im CTD-Format für die EMA-Zulassung."
Klingt beeindruckend. Das Problem: Viele Recruiter, gerade die neueren in der Pharma, sprechen kein flüssiges Abkürzungsdeutsch, und längst nicht jeder ATS-Algorithmus tut es.
Übersetzt für Menschen und für einige Algorithmen: „Erfahren in Einreichungen von Zulassungsanträgen (Marketing Authorisation Application, MAA) im Format des Common Technical Document (CTD) für die Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA)."
So wird Ihr Profil nicht übersprungen. Der Grund für das Überspringen ist nämlich selten fehlende Qualifikation. Sie verstecken sich hinter Branchenkürzeln.
Das trifft alle
- Berufseinsteiger, die in die Pharma wollen
- Fachkräfte in der Mitte der Laufbahn, die das Therapiegebiet wechseln
- Erfahrene Führungskräfte, deren jahrzehntelange Expertise in GxP, ICH und ALCOA unerkannt bleibt
Die Lösung ist einfach
Beim ersten Mal ausschreiben, danach die Abkürzung verwenden.
„Steuerung von Partnerschaften mit Auftragsforschungsinstituten (Clinical Research Organisation, CRO) für Phase-III-Studien" schlägt „Steuerung von CRO-Partnerschaften für PIII-Studien" jedes einzelne Mal.
Ihre Expertise hat es verdient, gefunden zu werden. Lassen Sie den Fachjargon nicht zum Türsteher werden.
Ihre Mutter weiß vermutlich nicht, wofür CMC, GMP oder ICH steht. Die halbe Recruiting-Welt auch nicht. Und manche KI, die Ihr Profil um 3 Uhr nachts scannt, tut sich ebenfalls schwer.
Einmal ausschreiben. Danach abkürzen. Alle gewinnen.
Es sei denn, Sie wollen das bestgehütete Geheimnis der Pharmabranche bleiben.
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