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Warum werden brillante Pharma-Fachkräfte von Recruitern übersehen?

Warum werden qualifizierte Pharma-Fachkräfte von Recruitern übersehen?

An der Erfahrung oder den Fähigkeiten liegt es selten. Nach 17 Jahren im Pharma-Recruiting zeigt sich immer dasselbe Muster: Herausragende Kandidaten werden unsichtbar, weil ihr Lebenslauf und ihr LinkedIn-Profil wie Buchstabensuppe wirken, mit unerklärten Abkürzungen, ohne klar formulierte Erfolge und mit einer Profil-Überschrift, die zur angestrebten Rolle nicht passt. 90 Minuten Repositionierung bringen für die Shortlist-Quote meist mehr als ein weiteres Jahr Berufserfahrung.

An ihrer Erfahrung liegt es nicht. An ihren Fähigkeiten auch nicht.

Es liegt oft an den verdammten Abkürzungen.

Kurze Quizfrage: Was ist ein HEOR-Profi?

Wenn Sie C gewählt haben, liegen Sie genau richtig.

In 17 Jahren Pharma-Recruiting, 9 davon bei Bayer und 5 bei globalen CROs, habe ich erlebt, wie herausragende Kandidaten unsichtbar wurden, weil sich ihre Profile wie Buchstabensuppe lasen.

An fehlenden Fähigkeiten liegt das nicht. Ihre Profile sehen aus wie eine missglückte Partie Scrabble.

„Erfahren in MAA-Einreichungen im CTD-Format für die EMA-Zulassung.“

Klingt beeindruckend. Das Problem: Viele Recruiter, gerade die neueren in der Pharma, sprechen kein flüssiges Abkürzungsdeutsch, und längst nicht jeder ATS-Algorithmus tut es.

Übersetzt für Menschen und für einige Algorithmen: „Erfahren in Einreichungen von Zulassungsanträgen (Marketing Authorisation Application, MAA) im Format des Common Technical Document (CTD) für die Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA).“

So wird Ihr Profil nicht übersprungen. Der Grund für das Überspringen ist nämlich selten fehlende Qualifikation. Sie verstecken sich hinter Branchenkürzeln.

Das trifft alle

Die Lösung ist einfach

Beim ersten Mal ausschreiben, danach die Abkürzung verwenden.

„Steuerung von Partnerschaften mit Auftragsforschungsinstituten (Clinical Research Organisation, CRO) für Phase-III-Studien“ schlägt „Steuerung von CRO-Partnerschaften für PIII-Studien“ jedes einzelne Mal.

Ihre Expertise hat es verdient, gefunden zu werden. Lassen Sie den Fachjargon nicht zum Türsteher werden.

Ihre Mutter weiß vermutlich nicht, wofür CMC, GMP oder ICH steht. Die halbe Recruiting-Welt auch nicht. Und manche KI, die Ihr Profil um 3 Uhr nachts scannt, tut sich ebenfalls schwer.

Einmal ausschreiben. Danach abkürzen. Alle gewinnen.

Es sei denn, Sie wollen das bestgehütete Geheimnis der Pharmabranche bleiben.

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Häufige Fragen

Warum werden qualifizierte Pharma-Fachkräfte von Recruitern übersehen?

Selten wegen der Erfahrung selbst. Andreas Schulz, 17 Jahre im Pharma-Recruiting und über 10.000 gesichtete Kandidaten, verortet das Problem in der Darstellung. Lebenslauf und LinkedIn-Profil lesen sich wie Buchstabensuppe: Abkürzungen ohne Erklärung, keine erkennbaren Erfolge. Ein Satz wie 'Erfahren in MAA-Einreichungen im CTD-Format für die EMA-Zulassung' sagt einer Kollegin aus der Zulassung alles. Einem Recruiter, der vor einem Jahr in die Branche gekommen ist, sagt er fast nichts. Bewerbermanagementsysteme kommen damit ebenso wenig zurecht. Das Profil wird übersprungen, und niemand erfährt je, was diese Person tatsächlich kann.

Soll ich Abkürzungen wie CRO, MAA oder HEOR im Lebenslauf ausschreiben?

Ja, beim ersten Vorkommen. Schreiben Sie den Begriff aus, setzen Sie die Abkürzung in Klammern dahinter und verwenden Sie danach die Kurzform. 'Steuerung von Partnerschaften mit Auftragsforschungsinstituten (Clinical Research Organisation, CRO) für Phase-III-Studien' liest sich für Fachleute genauso flüssig und funktioniert zusätzlich bei jemandem, der neu in der Pharmabranche ist. HEOR ist das Beispiel aus dem Artikel. Außerhalb der Funktion weiß kaum jemand, dass Health Economics and Outcomes Research dahintersteckt. Auch ATS-Systeme lösen Abkürzungen nicht zuverlässig auf, der ausgeschriebene Begriff gibt ihnen mehr Substanz zum Abgleich.

Betrifft das Abkürzungsproblem nur Berufseinsteiger?

Nein, es zieht sich durch alle Ebenen. Bei Einsteigern trägt die Handvoll Abkürzungen im Profil die ganze Geschichte, entsprechend schnell fällt es durch. Am härtesten trifft es erfahrene Fachkräfte, die das Therapiegebiet wechseln, weil der Recruiter am anderen Ende oft keinerlei Bezug zum bisherigen Gebiet hat. Führungskräfte wiederum gehen davon aus, dass ihr Track Record für sich spricht. Das stimmt in dem Moment nicht mehr, in dem ein Algorithmus oder ein branchenfremder Recruiter das Profil zuerst sieht. Seniorität hilft hier nicht. Die Lösung bleibt auf jeder Stufe dieselbe.

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