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Ich habe Karriere-Coaches erlebt, die 5.000 € nehmen, um Stichpunkte umzusortieren. Das hier funktioniert wirklich.

Was unterscheidet wirksames Karriere-Coaching von teurer Zeitverschwendung?

Nachdem ich hunderte Pharma-Kandidaten mit Coaches habe arbeiten sehen, verläuft die Trennlinie bei der Branchenkenntnis. Wer 5.000 € dafür nimmt, Stichpunkte umzusortieren, liefert Vorlagenformatierung. Für eine generische Stelle reicht das, gegen ein von einem Pharma-TA-Team kalibriertes Eightfold-ATS bringt es nichts. Was wirkt, ist branchenspezifische Positionierung: ATS-Ausrichtung pro Unternehmen, die Sprache der Hiring Manager je Funktion und Gehaltsbenchmarking gegen das tatsächliche Gehaltsband im Unternehmen. Veröffentlichte Durchschnitte helfen dabei wenig.

In 17 Jahren Pharma-Recruiting, 9 davon bei Bayer, habe ich hunderte Kandidaten in Karriere-Coaching investieren sehen.

Manche haben damit ihre Laufbahn umgelenkt. Andere haben ihre Ersparnisse für aufgehübschte CV-Formatierungsdienste verbrannt.

Der Unterschied liegt weder am Preis noch an den schicken Qualifikationen auf der Website des Coaches. Er liegt darin, ob dieser die ungeschriebenen Regeln der Pharmaindustrie kennt.

Ich werde jetzt unangenehm ehrlich.

Die Karriere-Coaching-Branche boomt, allein in den USA sind es 17,8 Milliarden USD. Das ist viel Geld, das Versprechen hinterherläuft. Und Pharma-Fachkräfte, besonders die, die sich durch die Eigenheiten des deutschen und des DACH-Marktes bewegen, sind für generische Ratschläge im Expertenkostüm besonders anfällig.

Was wertvolle Coaches von teurem Lärm trennt

1. Sie sprechen Ihre Sprache, im Wortsinn. Ein Coach, der den Unterschied zwischen GMP und GxP nicht kennt oder „Regulatory Affairs“ für Behördenlobbying hält, kostet Sie Zeit. Fragen Sie ihn: „Was ist gerade die größte Besetzungshürde in der Pharmakovigilanz?“ Kommt keine konkrete Antwort, gehen Sie.

2. Sie haben Recruiting-Erfahrung in Ihrer Branche. Und damit meine ich keine 1 bis 2 Jahre. Jemand mit mindestens 6 bis 7 Jahren in Talent Acquisition oder Recruiting, der weiß, was Recruiter und Hiring Manager wirklich wollen, ist Ihre Anlaufstelle.

3. Sie bieten ein Kennenlerngespräch an. Ausnahmslos. Wer Geld verlangt, bevor Sie miteinander gesprochen haben, verkauft ein Produkt. Eine Arbeitsbeziehung entsteht so nicht. Seriöse Coaches wissen, dass die Passung genauso zählt wie die Methode.

4. Sie versprechen nicht das Blaue vom Himmel. „Ich garantiere Ihnen Ihren Traumjob“ ist ein Warnsignal in der Größe des Brandenburger Tors. Coaches ermöglichen Entwicklung. Über Einstellungsentscheidungen bei Bayer, Merck oder Boehringer bestimmen sie nicht.

Ein Wort an meine Kolleginnen und Kollegen ab 50

Die Statistik ist frustrierend. Mit 57 entscheiden Arbeitgeber offenbar, dass Sie „zu alt“ sind. Einer von sieben Kandidaten über 50 berichtet von einer ausdrücklich mit dem Alter begründeten Absage.

Die Daten zeigen aber auch: Dieser Vorbehalt beruht auf Annahmen, Belege gibt es keine. Arbeitgeber unterstellen Ihnen geringere Anpassungsfähigkeit. Ein strategischer Coach hilft Ihnen, diese Annahme mit Beweisen einzureißen: aktuelle Zertifizierungen, sichtbare digitale Souveränität und ein LinkedIn-Auftritt, der ruft „Ich bin relevant, und ich bringe Erfahrung mit, die Sie bei keinem Absolventen kaufen können“.

Und die Berufseinsteiger?

Für Ihr erstes Traineeship brauchen Sie kein Coaching-Programm für 3.000 €. Sie brauchen einen scharfen Lebenslauf, ein LinkedIn-Profil, das die Sprache der Branche spricht, und vielleicht drei Sitzungen fokussierte Interviewvorbereitung. Geben Sie 300 bis 800 € klug aus und lassen Sie sich von niemandem einreden, teuer sei gleich wirksam.

Die unbequeme Wahrheit

80% der deutschen Biopharma-Unternehmen melden Verzögerungen bei Besetzungen, bundesweit sind 532.000 Fachkräftestellen offen. Die Pharmaindustrie braucht Sie. Die Frage ist selten, ob es Chancen gibt. Die Frage ist, ob Sie sich so positionieren, dass man Sie findet.

Ein guter Coach hilft Ihnen, gefunden zu werden. Ein sehr guter hilft Ihnen, schneller gefunden zu werden. Ein schlechter nimmt Ihr Geld und lässt Sie genau da, wo Sie angefangen haben.

Wählen Sie klug.

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Häufige Fragen

Wie viel sollte ich für ein Karriere-Coaching bezahlen?

Der Preis sagt fast nichts über die Qualität. Andreas Schulz hat Coaches erlebt, die 5.000 € nehmen, um Stichpunkte umzusortieren, und er wird genauso deutlich bei 3.000-€-Programmen, die man Berufseinsteigern verkauft. Am Anfang der Laufbahn reichen 300 bis 800 €, gut investiert in einen scharfen Lebenslauf und eine gezielte Interviewvorbereitung. Die Branche ist riesig, allein in den USA 17,8 Milliarden USD, und ein großer Teil dieses Geldes kauft Ratschläge, die in jede beliebige Branche passen würden. Sie bezahlen dafür, ob jemand das Recruiting in der Pharma von innen kennt. Die Höhe des Honorars ist dafür ein schlechter Indikator.

Woran erkenne ich, ob ein Karriere-Coach die Pharmabranche wirklich kennt?

Stellen Sie eine Frage, die nur jemand mit echtem Brancheneinblick beantworten kann. Schulz schlägt eine konkrete vor: Was ist gerade die größte Herausforderung bei der Besetzung von Stellen in der Pharmakovigilanz? Wer darauf keine spezifische Antwort gibt, rät. Achten Sie außerdem auf mindestens sechs bis sieben Jahre Erfahrung in Talent Acquisition oder Recruiting, denn dort lernt man, worauf Hiring Manager tatsächlich reagieren. Fragen Sie, ob Ihr Gegenüber weiß, wie Systeme wie Eightfold Bewerbungen in der Pharma vorsortieren, und ob GMP und GxP für ihn etwas Konkretes bedeuten. Unschärfe an dieser Stelle ist bereits die Antwort.

Was sind Warnsignale für einen schlechten Karriere-Coach?

Zahlung vor dem ersten Gespräch. Wer Ihr Geld verlangt, bevor Sie überhaupt miteinander gesprochen haben, verkauft ein Produkt. Eine Arbeitsbeziehung ist etwas anderes. Das zweite Warnsignal sind Garantien. Niemand kann Ihnen eine Stelle zusichern, denn Coaches entscheiden nicht über Einstellungen bei Bayer, Merck oder Boehringer. Achten Sie auch auf Ratschläge, die für jede beliebige Branche gelten könnten. In einem deutschen Biopharma-Markt, in dem 80% der Unternehmen von Verzögerungen bei Besetzungen berichten und 532.000 Fachkräftestellen offen sind, bringt Sie allgemeines Coaching an keiner Stelle nach vorn.

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